#04 Meeting ist das neue Rauchen: Warum wir nicht aufhören können - mit Jule Jankowski
Shownotes
Vernetze dich mit uns: Lutz Hüser David Hillmer Jule Jankowski
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Meeting ist das neue Rauchen: Wir wissen alle, dass es nicht gut ist, und machen trotzdem weiter. Warum? Arbeitsforscherin Jule Jankowski erklärt in dieser Folge den sekundären Nutzen von Meetings, über den kaum jemand spricht: Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und das Gefühl, gebraucht zu werden.
Was du aus dieser Folge mitnimmst:
Warum Meetings kleine Inseln der Sichtbarkeit sind und Ausschluss neurobiologisch echten Schmerz verursacht. Der Kulturcheck für die Hosentasche: Meeting, Empfangsbereich, Kantine. Die zwei Fragen, die jedes Meeting bestehen muss: Braucht es dieses Meeting? Und braucht es mich? Und ein Framework für die Meetingfrequenz: Je enger die funktionale Verschränkung, desto höher die Taktung.
Jules Podcast Good Work und ihre Forschung machen sie zur reflektiertesten Stimme zur Frage, warum Meetings trotz allem überleben.
Kill Meetings ist der Podcast zum gleichnamigen Buch von Lutz Hüser und David Hillmer. Jede Woche persönliche Erfahrungen, konkrete Hacks und ehrliche Antworten rund um Meetings und bessere Zusammenarbeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Unser Buch Kill Meetings ist der Grund für diesen Podcast und es erscheint am zweiundzwanzigsten September.
00:00:06: Unsere Vorfreude ist ehrlich gesagt kaum auszuhalten, die wollen wir natürlich mit dir teilen!
00:00:11: Du kannst Kill Meetens jetzt schon vorbestellen zum Beispiel direkt beim Murman Verlag, beim Buchhandel deines Vertrauens oder auch bei Amazon.
00:00:38: Herzlich willkommen zu Kill Meetings, dem Podcast zum Buch von Lucisa und David Hilmer.
00:00:44: Wir tauchen in jeder Folge mit einer spannenden Person in die persönlichen Erfahrungen, Tipps und Hacks rund um Meetings und bessere Zusammenarbeit!
00:00:52: Ich bin David Hilme und spreche heute mit Juli Jankowski der wohl bekanntesten Arbeitsfuturistin Deutschlands.
00:00:59: Sie ist auf sämtlichen Bühnen unterwegs.
00:01:02: Wenn ich dort dann im Good Work Podcast, den ihr sicherlich auch kennt und heute hier im Key Meetings Podcast.
00:01:08: Hallo Jule!
00:01:10: Hallo lieber David.
00:01:12: Schön dass ich da sein darf.
00:01:13: Danke für die Einladung.
00:01:15: Ja sehr gerne Auch auf jeden Fall selbstverständlich, nicht nur weil wir aus sonst Podcast Buddies sind.
00:01:22: Wir waren ja schon gegenseitig in der ein oder anderen Folge des jeweils Anderen und kommen beide aus Wiesbaden.
00:01:27: trotzdem bist du heute nicht im Studio sondern bei dir zu Hause.
00:01:31: Wir sind also wenige Kilometer entfernt.
00:01:33: man merkt es fast gar nicht würde ich sagen.
00:01:35: Fast
00:01:35: gar nicht oder?
00:01:36: Also ich wink mal kurz rüber.
00:01:38: Mal sehen vielleicht siehst du's fast so.
00:01:39: Ich hab's von hier aus gesehen.
00:01:42: Kleine Check-in Frage Welche Schulnote würdest du deinem letzten Meeting geben und warum?
00:01:48: Mein letztes Meeting würde ich eine Eins mit Sternchen geben.
00:01:52: Ich war total glücklich, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:01:58: Du willst jetzt wahrscheinlich auch wissen, warum hast du gefragt?
00:02:00: also erst mal es war vorbereitet Es hatte ein klares Ziel entsprechend auch zu Wort.
00:02:09: Ich habe es mit hiermit transkribieren lassen und dann nachher noch mal mit Claude zusammenfassen, zusammengefasst wir hatten klare To-dos, wir hatten einen klaren Output in Klaren Outcome.
00:02:21: Wir sind in der Zeit geblieben Und ich weiß das klingt jetzt total Streberchen und das ist wirklich... Ich glaube dass als Selbstständig ist das eher die Regel als die Ausnahme oder?
00:02:34: Wie ist das bei dir?
00:02:35: Ich glaube auch.
00:02:36: Das zeichnet sich hier in dem Podcast ab, dass die meisten mit einer zwei oder einer eins ... bekommen.
00:02:44: Einmal, weil die meisten ... Da war das letzte Meeting nur mit wenigen Leuten.
00:02:48: Das ist ein großer Indikator und natürlich in unserer Bubble ist es, glaub ich, irgendwie da sind gute Meetings auch ein Thema.
00:02:58: Da beschäftigt man sich damit, ob Meeting gut oder schlecht ist.
00:03:04: mal auf Kunden von mir schaue, die ich in den letzten Jahren hatte.
00:03:07: So keine Ahnung Versicherung Bank oder nahe da dran.
00:03:12: Da hat man wie so eine Art Meeting Resilienz aufgebaut also die Fähigkeit Meetings nicht mehr zu hinterfragen und zu akzeptieren.
00:03:19: Die sind einfach muss durchziehen mit offenen Augen irgendwie versuchen abzuschalten und im richtigen Moment trotzdem eine Antwort parat zu haben.
00:03:28: Ich finde, Meeting Resilienz ist das passende Wort dafür.
00:03:31: Ja, find ich total schön.
00:03:32: Ich sag ja oft ... Diese Karriere hab' ich mir hart ersessen!
00:03:36: Ja?
00:03:37: Geil.
00:03:38: Mega.
00:03:39: Jule, hol uns doch mal ab.
00:03:40: Was war dein schlimmstes oder skurrilstes Meeting-Erlebnis und was können wir daraus lernen?
00:03:45: Das war superhard.
00:03:47: Und zwar war das viele Jahre zurück Und mit meinem damaligen Team-Later, der hatte so ein bisschen an wie sagen wir manchmal eine schwer regulierende Zunge.
00:03:58: Der hat manchmal Dinger gesagt die einfach nicht aussprechbar waren auf weit jenseits von Politischer Korrektheit und er hat mich also in dem Meeting eigentlich aus einer Flapsigkeit raus.
00:04:09: Er hat das garantiert und es sieht schon wie ich bin hier rum.
00:04:12: Das ist nicht böse gemeint.
00:04:13: nur er hat mir unglaublich unflädig beleidigt in dem Moment wirklich mit einem richtigen richtig entwertenden Etikett überzogen.
00:04:23: Und das war total schlimm, logischerweise weil es waren nicht nur alle Hierarchie-Ebenen am Tisch sondern auch externe Partner mit denen wir zusammengearbeitet haben.
00:04:34: ich möchte hier nicht zu konkret werden und Es war ganz ganz schlimm in dem Moment weil ich habe den relativ schlagfertig.
00:04:42: Ich hab nur gemeint lieber XY der wird teuer weil.
00:04:46: das war unglaublich Und hatte so gezuckt und ich wollte dann im Nachgang das auch klären, mit meinem direkten Vorgesetzten.
00:04:55: Das ist jetzt wirklich eine richtig bittere Geschichte.
00:04:59: Es wurde dann so rumgetreten als hätte ich mich verhört.
00:05:02: Als wäre das gar nicht so gewesen.
00:05:04: Also es war schon auf der Stufe.
00:05:07: was kann man in Meetings erleben?
00:05:10: War das wirklich das Schmerzhafteste?
00:05:12: Ich glaube, das war auch so eins der letzten Züge.
00:05:16: Das ist nicht mehr der Platz wo ich hier als zu lange verweilen sollte.
00:05:19: Also da war wirklich ganz viel toxische Dynamik aber es gab auch witzige Fobars in Meetings.
00:05:26: also das witzigste und kurize was ich erlebt habe war dass ein Vorgesetzter mal im Meeting einen Telefon an Ruf bekam und auch das Handy nicht auf leise hatte.
00:05:37: ein paar Optionen, du kannst sagen, oh, es ist Entschuldigung.
00:05:41: Du kannst rausgehen und das
00:05:43: ausstellen.".
00:05:44: Und er ist einfach unter den Tisch abgetaucht und hat dort leise unter dem Schicht.
00:05:49: Er hat vielleicht mal so zwei Bommos aus der Hölle der Meetings.
00:05:55: Jetzt wo du das gerade zu erzählt hast auch mit irgendwie einer schwierigen Zunge und politisch unkorrekt und so kommt mir grade... Was, was ich erst vor ein zwei Wochen erlebt hab.
00:06:04: Und zwar war das irgendwie so eine Runde
00:06:06: zu acht
00:06:07: oder neun Männer in Führungspositionen.
00:06:12: So wie man sich das irgendwie vorstellt aber auch alles net und normal.
00:06:16: Dann ging es los, ich hatte einen Impulsvortrag gehalten ... kurz vor der Vorstellungsrunde.
00:06:24: Also es hatte gerade erst angefangen, kam dann die letzte Teilnehmerin und dann waren sozusagen acht Männer und eine Frau, die ein bisschen zu spät kamen.
00:06:31: Die war da so ein bisschen abgehetzt und war dann eben ein bisschen spät dran.
00:06:34: Und dann hieß es ja, ja, machen wir doch die Vorstelllingsrunde!
00:06:37: Während sie außer Atem sich grade irgendwie so hingesetzt hat, meint er, äh ja, dann fang du doch grad mal an!
00:06:42: Go!
00:06:43: Ladies first.
00:06:43: ne?
00:06:44: Bei diesem Ladies First haben alle Lauthalts gelacht... Ihr macht das jetzt der Dame aber auch ... ziemlich schwer, also unabhängig ob das eine Frau oder ein Mann ist.
00:06:53: Der letzten Person die im Meeting reinkommt gibt es jetzt auch noch die Last oben drauf so?
00:06:59: Ja beziehungsweise... Es ist natürlich auch dieses Vorführen von Umgangsformen sich darüber erheben und lächerlich machen.
00:07:06: Also es wäre ne Verunklempfung!
00:07:08: Und damit auch den Menschen eine ganz blöde Situation bringen.
00:07:12: Da könnte mir glaube ich... Wenn wir so schöne Dinge in deinem Buch oder euren Buch, dann freue ich mich da jetzt ja noch mehr.
00:07:20: Wir werden auf jeden Fall jetzt erstmal vielleicht mal eine andere Richtung gehen nämlich was macht das für dich ein richtig gutes Meeting aus?
00:07:27: Na ja, also der erste wichtigste Punkt und das wirst du bestimmt auch schon ganz oft gehört haben.
00:07:32: Ich wiederhose trotzdem noch mal auf die Gefallen, dass es so abgetroschen ist.
00:07:36: Es braucht schon erst einmal einen guten Grund warum das Meeting stattfindet.
00:07:39: Und ich sage gerne, die Tatsache, dass wir Mittwoch elf Uhr haben, ist noch keine hinreichende Antwort auf die Frage Warum sind wir hier heute zusammen?
00:07:46: Sehr gut!
00:07:48: Also dieser Grund – und ich glaube wenn wir über Paint in the US von Meetings sprechen dann sind's ja in der Regel Also nicht nur, aber vor allen Dingen diese Regeltermine.
00:08:00: Diese Sure Fixes, diese All-Hand Meetings die halt jeden Mittwoch, jeden Dienstag, jeden Freitag, wo irgendwann kein Mensch mehr wirklich fragt muss ich dabei sein was ist überhaupt das Ziel hier mit?
00:08:11: Was wollen wir durch die Tür gehen?
00:08:13: und diese Frage finde ich also schon mal das allerwichtigste die zu klären warum sind wir heute hier?
00:08:19: ja Ich hatte mit...ich will jetzt nichts Falsches sagen Aber mit Jakob Kromi den kennst du auch Vor kurzem Aufnahme und er sagt behandle jedes ...Meeting wie ein Prototypen.
00:08:29: Ja!
00:08:29: Und in dem Moment bin ich mir nicht mehr sicher, hat er es gesagt oder jemand anderes?
00:08:32: Auf jeden Fall eine Schlau.
00:08:35: Ähm... Sich jedes Mal zu fragen, braucht es dieses Meeting?
00:08:38: Müssen wir vielleicht was anderes machen?
00:08:40: und Regeltermin ist nur ein Regletermin wenn der sinnvoll ist.
00:08:43: so und am Ende können wir uns immer noch fragen okay Was ändern wir?
00:08:46: Was machen wir neu?
00:08:47: Brauchen wir das?
00:08:48: So love it changed or leave it?
00:08:50: die
00:08:50: Ganz genau.
00:08:51: Und eigentlich sind sogar streng genommen zwei Fragen nämlich erstens also ganz viele.
00:08:55: erstens Was ist der gute Grund?
00:08:59: Und daran angekoppelt, braucht es dieses Meeting überhaupt.
00:09:02: Da gibt's ja auch diese schöne Formulierung oder Frage Kann dieses Meeting eine E-Mail sein oder Slack oder was auch immer?
00:09:08: und dann die nächste Frage Braucht es mich?
00:09:13: Ja Weil das ist diffiziler weil kann er sein dass das Meeting hochgradig sinnvoll ist?
00:09:19: nur dass meine Präsenz eigentlich überhaupt nicht Wertschöpfend ist.
00:09:23: an der Stelle weder für mich noch für die anderen.
00:09:26: Jule, wenn du ein Meeting-Gesetz einführen dürftest an das sich alle halten müssen.
00:09:31: Welches wäre das?
00:09:35: Oh!
00:09:36: Das ist eine knifflige Frage.
00:09:38: Ich glaube dass ich schon auch bei sowas wäre wie... ...das Thema Timekeeping finde ich schon relativ essentiell.
00:09:49: Finde ich relativ essenziell vor allen Dingen bei denen die immer sprechen.
00:09:53: Also was meine ich damit?
00:09:55: also gerade in diesen Regelmeetings ist es ja nicht selten der Fall, dass immer die gleichen Personen sprechen und sich sehr viel Raum nehmen.
00:10:04: Und ich glaube da liegt schon ganz viel Kraft drin.
00:10:08: Wenn wir noch mal an den Anfang gehen, glaube ich auf jeden Fall so etwas wie eine Grobagenda muss nicht groß sein also eine Struktur, die mir sagt darum treffen wir uns heute Das besprechen wir und auch sowas wie eine kleine Dokumentation.
00:10:24: Also sie muss nicht groß sein, das muss auch nicht mehr Arbeit produzieren als es nachher wieder entlastet.
00:10:31: aber wenn es einfach nur ein Bladi-Bla ist warum haben wir uns dann getroffen?
00:10:35: Ja absolut!
00:10:36: Es muss doch irgendein klaren Grund geben mit dem ich rausgehe also irgendeine Art von Erkenntnis vom Auftrag im Idealfall von Entscheidungen, also im Idealfall von allem etwas.
00:10:49: Ja da bin ich noch so ein bisschen...timekeeping finde ich sehr wichtig aber auch diese Formalsstrukturen so dass es zuträglich ist.
00:10:57: Also auch nicht ja?
00:11:00: Was würdest du sagen?
00:11:00: was lernt man über Organisationen wenn man nur ihre Meetings beobachtet?
00:11:04: und nun muss man natürlich dazu sagen Du bist Expertin und das ist auch dein Daily Business mehr oder weniger das Thema Unternehmenskultur.
00:11:11: Ja, ich habe vor Corona immer gesagt der Kulturcheck für die Hosentasche.
00:11:18: Schau dir ein Meeting an, schaue dir einen Empfangsbereich an und geh in die Kantine.
00:11:22: Wenn ich nur drei Orte aussuchen würde, würde ich die aussuchen.
00:11:26: Warum?
00:11:27: Am Empfang lerne ich wie geht man mit intern extern um.
00:11:30: also wie moderiert man das auf allen Ebenen finde ich hoch spannend.
00:11:35: In der Kantine siehst du worüber wird eigentlich gesprochen, was bewegt die Organisation im Kern tatsächlich?
00:11:42: Und alles andere siehst du im Meeting.
00:11:44: Also ich glaube es gibt fast nichts was du nicht in dem Meeting siehst.
00:11:47: wer spricht vor allen Dingen wer darf sprechen?
00:11:49: wer spricht nicht?
00:11:51: Wer, was wird angesprochen?
00:11:53: Was wird nicht angesprochen.
00:11:54: Wer sitzt wo?
00:11:56: Welche Geplogenheit man... Wie bereitet man sich auch so ein Meeting vor oder eben nicht?
00:12:03: wie verbindlich ist man?
00:12:04: Wie geht man mit Pünktlichkeit und mit Respekt?
00:12:06: das sind alles so viele Ebenen.
00:12:09: also ich würde sagen wenn man wirklich etwas über Strukturen formelle strukturen aber auch informelles lernen sollte würde man im Meeting glaube ich dass allermeiste schon Kauern.
00:12:20: Also sehr, sehr viel.
00:12:22: Das glaube ich.
00:12:24: Jetzt gehen wir noch mal ... Komm auf dich zu sprechen.
00:12:27: Wie viele Meeting ist für Dich ideal?
00:12:30: Und vielleicht auch eine Bigger-Scale?
00:12:31: wieviel Meeting würdest Du sagen, ist ideal... Für Menschen die in Unternehmen mit Teams arbeiten?
00:12:36: In
00:12:36: Unternehmen sind also so wenig wie möglich so viel wie nötig und das heißt wenn ich jetzt mal den Klassiker vor Augen habe würde ich sagen alle die Menschen Funktional verschränkt miteinander zusammenarbeiten, also wo es eine innere Logik und Abhängigkeit gibt ist die Notwendigkeit des Mietens höher als bei allen anderen.
00:12:57: Also das heißt wenn mein Arbeitsergebnis oder Prozess davon abhängt wie du arbeitest und wir sind im Team macht schon Sinn dass wir uns auch relativ regelmäßig treffen.
00:13:06: dann aber wirklich Fokus auf diese was brauchst du umarbeitsfähig zu sein so bisschen wie was auch aus dem Agilen kennen und da auch wirklich in der Relativ höheren Taktung und dafür aber kurz.
00:13:18: Und wirklich Fokus auf das, was es braucht.
00:13:21: Je weniger diese funktionale Verschränkung da ist umso weiter würde ich auch die Zyklen stecken wie man sich trifft also mit Menschen mit denen man nicht in der unmittelbaren Abhängigkeit steht.
00:13:33: sich jede Woche zu treffen und jeder sagt mal wo dran er ist halte für sinnbefreit Also halt ich für absolut sinnbefreit.
00:13:40: Ich denke schon, dass es Sinn macht sich mit den Kollegen zu treffen.
00:13:45: Stichwort auch so was wie eine Coherenz dazu schaffen oder ja... Also eher noch Coherenz als Koalition.
00:13:52: Und da sich Gedanken drüber zu machen, wie gehen wir hier grundsätzlich mit Dingen um?
00:13:57: Was können wir lernen?
00:13:58: Da kann man einzelne Showcases auch mal ins Schaufenster stellen.
00:14:02: Da gilt nicht mehr die Regel, es soll jeder seine Stimme zeigen und sich zu Wort melden.
00:14:07: Das ist dann gar nicht das Allerwichtigste sondern da geht's wirklich eher so um das Thema Prinzipienarbeit, Dinge lernen und das kann wirklich seltener stattfinden.
00:14:16: Da reicht für mich meiner Meinung nach... mindestens alle zwei Wochen vielleicht sogar seltener.
00:14:21: Also je höher die Abhängigkeit, also es gibt schon durchaus Kontexte wo eine tägliche Abstimmung kurzknackig sinnvoll ist und ansonsten also in Abhängkeit der Funktionalverschränkung.
00:14:32: davon würde ich das immer abhängig
00:14:34: machen.".
00:14:35: Die nächste Frage ist tatsächlich inspiriert aus einem Gespräch was wir geführt haben im Stichwort Sekundär nutzen.
00:14:43: Ah
00:14:43: ja mein Lieblingsthema!
00:14:45: Warum sind Meetings besser als ihr Ruf?
00:14:49: Also, naja ich hab ja mal so ein Artikel geschrieben für Haufen New Management.
00:14:53: Kann man hier vielleicht auch noch einmal verlinken.
00:14:55: und zwar bin ich da der Frage nachgegangen es gibt ja kein Thema über das so viel gelästert wird oder kaum eins wie Meetings.
00:15:02: die Frage ist ja wenn wir es doch alle wissen und uns alle so einig sind warum machen wir es dann trotzdem?
00:15:08: Und da kamen die Analogie zum Rauchen.
00:15:09: ja Meeting ist das neue Rauchen.
00:15:11: Wir wissen alle rauchen ist nicht geil.
00:15:13: Trotzdem machen es verdammt viele Menschen Warum der Hintergrund oder die Parallele bzw.
00:15:19: Betrachtung ist, es gibt vielleicht etwas auf den zweiten Blick einen sekundären Nutzen, denen Meetings erfüllen, den man vielleicht nicht sofort sieht und ich kann ja mal so ein paar aufnehmen.
00:15:29: also das gibt natürlich auch Also muss jetzt mal ganz hart zu sagen, uns auch das Gefühl dass wir irgendwo zu einer Gruppe gehören und eingebunden sind und gebraucht werden.
00:15:40: So banal und so absurd es klingt aber dieser Termin den wir haben ist für manche Menschen wirklich auch so ein Punkt wo sie sagen ich werde nicht vergessen Ich gehöre irgendwie dazu Und es braucht mich hier.
00:15:52: ob das jetzt wirklich Substanziell so ist, das ist eine andere Sache.
00:15:56: Also Gottes Willen!
00:15:57: Ich will ja nichts unterstellen aber ich habe zumindest ein Gerüst, eine Struktur in meinem Alltag die mir vermittelt und ich gehöre zu dieser Einheit dazu.
00:16:07: Das darf man nicht unterschätzen.
00:16:10: Es sind kleine Inseln der Sichtbarkeit weil wir alle haben das Gefühl oder diese Sorge wenn ich nicht sichtbar bin finde ich nicht statt.
00:16:17: Und deswegen sehen wir auch dass in der Remotearbeit genau diese Ängste ganz schön steigen und dafür sind Meetings schon wichtig und ich würde das nicht gering schätzen.
00:16:26: Es sind Experimentierräume, es sind auch so kleine, kleine Dopaminfeuerwerke unter Umstände Dopaminbäde für die Feedback-Junkies weil wenn du dich da exponierst, exposed kriegst du ja Rückmeldung.
00:16:41: Auch da wieder, ja?
00:16:43: Würde ich jetzt erstmal gar nicht bewerten!
00:16:46: Das sind sicherlich Sekundärfunktionen, die nicht auf den ersten Blick einen in den Kopf schießen und die aber trotzdem auch wichtig sind.
00:16:55: Und ich glaube, dass es sehr auch von der Persönlichkeit des Teams oder der einzelnen Individuen abhängt.
00:17:01: Weil Leute, die vielleicht introvertiert sind und gleichzeitig auch sehr rational unterwegs sind, brauchen das vielleicht weniger.
00:17:07: Aber wenn du jetzt irgendwie aufgrund einer Umstellung des Orgengängigramms oder sowas auf einmal eine Kollegin hast, die in drei Meetings weniger dabei ist... ...aber das dringende Bedürfnis hat irgendwie zu erfahren, wie geht's den Leuten eigentlich?
00:17:22: Was sind die Themen, die uns beschäftigen und Austausche von emotionalen Ebenen brauchen.
00:17:29: Die hängst du damit natürlich voll ab!
00:17:31: Es gibt, ich hatte jetzt gerade den Sebastian Pups Partygoal.
00:17:34: Ich weiß nicht ob du ihn kennst führen mit Tieren und der hat jetzt gerade ein ganz cooles Buch geschrieben und er sagte auch nochmal es fand ich sehr eindrücklich Nicht dazu zu gehören verursacht rein auf einer stofflichen Ebene den Menschen genauso viel schmerzen wie körperliche Schmerzen.
00:17:48: also die gleichen Hirnareale werden getrickert Wenn Du ausgeschlossen bist aus Nakropo Und wenn ich merke dass alle meine Kolleginnen ständig in irgendwelchen Meetings sind.
00:17:58: Ich nicht, was er triggert.
00:18:00: das und das dürfen wir auch nicht zu geringen schätzen.
00:18:04: also auch so ein Stück weit.
00:18:06: ja also dieses strukturgebende Element dass ich dazugehör.
00:18:09: und der Tappgeber Wir leben eh in einer wahnsinnig entgrenzten Zeit wo des private sag ich jetzt mal, geschäftliche miteinander verwoben wird.
00:18:20: Das hat viele Vorteile aber auch tatsächlich Nachteile und Meetings sind Strukturentaggeber und das ist auch eine wichtige Funktion.
00:18:28: Ich glaube die sollte man nicht unterschätzen.
00:18:32: Hast du einen Meeting Hack für uns?
00:18:36: Also ich habe erstmal den Meeting Hack der sehr uralt.
00:18:41: Pünktlichkeit ein bisschen zu Triggern und auch in der online Welt Meetings wirklich auch verlässlich stattfinden zu lassen.
00:18:52: Diese Meetings zur Ungradenzeit, finde ich gut.
00:18:54: Das schärft ein bisschen die Sensibilität.
00:18:57: also wenn ich um zehn Uhr sieben anfange ist das erstmal eine ungewohnte Konvention aber es fordert mir ein bisschen Aufmerksamkeit ab.
00:19:05: Ich finde dieses Check-in Thema, da habt ihr glaube ich eine andere Haltung.
00:19:11: Da würde ich sagen wünsche ich mir manchmal ein bisschen Sensibilität weil nicht... Ich finde nicht zwingend jedes Meeting muss mit einem formalen Check in.
00:19:20: jetzt wir machen eine Übung stattfinden.
00:19:24: kleine Ausnahme vielleicht auch reicht es manchmal dreißig Sekunden einfach gar nichts zu sagen.
00:19:31: Ja, dass man so ein Fokus schafft.
00:19:35: Also wenn
00:19:35: man das jetzt als Check-in bezeichnen wollen würde dann finde ich das auch ehrlich gesagt ziemlich cool.
00:19:40: Ich glaube es erfüllt die Funktion eines Checkins und für uns die Hauptfunktion eines check ins ist ja das das sentern damit
00:19:47: sie sicher gehen.
00:19:47: Die Gruppe
00:19:48: ist jetzt da und nicht mehr irgendwo anders.
00:19:51: Und ob das jetzt eine Übung ist die irgendwie ausartet zehn Minuten lang oder einfach nur keine Ahnung vielleicht auch dreißig Sekunden einfach nichts sagen wie sich gegenseitig in die Augen gucken.
00:20:01: Genau.
00:20:02: Schöne Idee.
00:20:04: Jule, letzte Frage!
00:20:07: Wie sieht Meetingkultur in fünf Jahren aus?
00:20:11: Was ich mir wünsche oder was ich glaube...
00:20:15: Also am besten du schließt mit etwas Positiven ab damit wir gut rauskommen.
00:20:22: Also ich glaube woran wir uns gewöhnen werden und was jetzt vielleicht in deiner unserer Babel jetzt schon längst Alltag ist in der breiten Unternehmenswirklichkeit überhaupt nicht ist, dass Meetings mit aufgezeichnet werden.
00:20:36: Also ich glaube das ist ein totaler No-Brainer um das jetzt mal wieder mit so einem blöden englischen Wort.
00:20:42: also das liegt sowas von auf die Hand Und das wird in ganz vielen Unternehmen noch nicht gemacht.
00:20:48: Da gibt es auch einen Betriebsrat.
00:20:49: Ärger, ich weiß Das wird kommen in der ein oder anderen Form und wird dieses Thema von Dokumentationen und auf Verbindlichkeiten schaffen hoffentlich lösen.
00:21:01: Ich hätte die Hoffnung dass man Da man ein bisschen durchkämmt, durch die Meeting-Struktur.
00:21:07: Dass man wirklich sich stärker die Frage stellt muss ich zwingend bei jedem Meeting dabei sein und zwar nicht top down weil diesen schnell dabei zu sagen da braucht ihr mich nicht sondern auch horizontal oder in die andere Richtung.
00:21:21: Das würde ich mir wünschen dass da wirklich strukturell mal so Bestandssoftnahmen gemacht werden.
00:21:26: Ich glaube aber die wahrnehmbar sichtbar deutlich zur Veränderung wird sein, dass Meeting definitiv aufgezeichnet werden und ausgewertet werden mit KI.
00:21:36: Und das es dann entsprechend auch Aufgaben gibt.
00:21:39: Klingt banal!
00:21:40: Ich glaube, da sind wir in vielen Unternehmen noch lange nicht.
00:21:43: Ja, das glaube ich auch.
00:21:45: Jule, vielen lieben Dank für deine Impulse Dinge, die ihr hier reinbringst.
00:21:52: Das liebe ich auch in deinem Podcast.
00:21:53: Dass du immer so viele gute und smarte Gedanken reinbringsst.
00:21:58: Behaltet das bitte bei.
00:21:59: Schön, dass du da warst.
00:22:00: Und liebe Hörerinnen und Hörern, dann hören wir uns nächstes Mal wieder!
00:22:03: Bis dann, tschüss!
00:22:05: Tschüss!
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